"Exzesse sind bei uns an der Tagesordnung"
Ein Gespräch mit ... Culcha Candela
Die sechs Jungs von Culcha Candela haben eine neue Gute-Laune-Platte am Start und verraten PRINZ, ob schon Millionen auf dem Konto liegen, wie hoch ihr Frauenverschleiß ist und warum sie Bushido nicht mögen.
In den ersten 50.000 Exemplaren eures neuen Albums "Flätrate" sind sechs goldene Tickets versteckt. Geht's dann mit euch in die Schokoladenfabrik?
Itchy: Die Idee ist tatsächlich von Willy Wonka inspiriert.
DJ Chino: Das ist unsere ganz persönliche Flätrate- Aktion. Denn mit dem Ticket hat man absoluten Sonder- VIP-Status. Man kann sämtliche Konzerte der Tour besuchen, mit uns backstage chillen und alles mit uns machen. Fast alles.
Daher der Titel "Flätrate"?
Larsito: Wir finden das ist einfach eine coole Bestandsaufnahme der heutigen Zeit. Wir haben technische Flatrates. Es gibt Flatrate-Saufen. Alles ist flat!
Habt ihr auch eine Feier-Flatrate? Immerhin geht es bei euren Songs ständig um Party. Wie wild feiert Culcha Candela wirklich?
DJ Chino: Das dürfen wir an der Stelle wahrscheinlich gar nicht verraten, aber Exzesse sind schon an der Tagesordnung. (lacht) Wenn wir touren, müssen wir darauf achten, dass wir mit dem Bus auch ab und zu dort ankommen, wo wir hin wollen.
Ein Song auf dem Album heißt "Millionäre". Seid ihr mittlerweile welche?
DJ Chino: Ich bin offizieller Drachmen- Millionär. Nein, das ist nicht so einfach zu beantworten. Wenn sie Itchy jetzt entführen würden und eine Million Euro fordern, wüsste ich nicht, wo ich die her bekomme.
Aber reicht es wenigsten für die Animierdamen in der Gesangskabine, die du den Jungs mal versprochen hast?
Larsito: Hehehe. Die kommen mittlerweile freiwillig.
Itchy: Dafür mussten wir zum Glück, auch als wir noch ganz arme Schlucker waren, noch nie bezahlen. Musiker wirken aufs Frauenvolk immer wahnsinnig sexualisierend. Das ist cool!
Wer stellt denn den bandinternen Frauenrekord auf?
Larsito: Wir führen keine Strichliste mehr ...
DJ Chino: Ich definitiv nicht. Ich suche ja immer noch auf den krudesten Wegen nach einer Frau und hoffe, dass es mit diesem Album endlich klappt.
Endlich klappen ist ein gutes Stichwort. Nach etlichen Nominierungen wurdet ihr 2011 zum ersten Mal mit einem Preis ausgezeichnet, dem Comet als "Beste Band". Habt ihr damit überhaupt noch gerechnet?
Larsito: Ehrlich gesagt nicht. Bei unseren ersten Preisverleihungen haben wir immer fest damit gerechnet, dass wir gewinnen. Da hatten wir auch unsere Reden vorbereitet. Dann haben wir gemerkt, dass das irgendwie nichts wird, und sind nur noch für die Aftershowpartys hingegangen. Von daher war der Comet für uns auf jeden Fall eine sehr schöne Überraschung.
Ein anderer Preis hat euch dagegen ziemlich aufgeregt. Als Bushido den Bambi bekam, habt ihr getwittert: "Was hat der denn integriert? Kokser, Nutten? Armes Deutschland!" Warum?
Itchy: Weil wir dann auch finden, dass Thilo Sarrazin einen verdient hat. Das sind Brüder im Geiste, nur von verschiedenen Müttern.
Ihr habt alle ganz unterschiedliche Wurzeln. Ein Wunsch war es, in jedem Land ein Mal gemeinsam aufzutreten. Habt ihr das geschafft?
Itchy: Das ist immer noch offen. In Polen und Kolumbien haben wir schon gespielt. In Uganda noch nicht. Und bei Korea warten wir auf die Wiedervereinigung (lacht).
Das Gespräch führte Maria Kufeld





