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Berlins kulturelle Newcomer

Die jungen Wilden

PRINZ stellt sieben Newcomer und Talente der neuen Generation Kulturschaffender vor, die die Szene der Hauptstadt zukünftig bestimmen werden.


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Die beste Neuentdeckung seit Fritzi Haberlandt: Julischka Eichel (Schauspielerin).


Berlin, det is 'ne Wolke", sagt die neue Hoffnung des deutschen Kinos, Schauspieler Johannes Suhm. Er spielt damit weniger auf Berlins graues Durchschnittswetter an als auf die großartige künstlerische Vielfalt in der Hauptstadt, die von Jahr zu Jahr andere Formen annimmt und nie versiegt - obwohl sie von übersättigten Kulturpessimisten immer mal wieder totgesagt wird. Und so stehen Berlin auch in der neuen Spielzeit große und kleine Umbrüche im Kulturleben bevor. Am DT wird die Intendantenära Wilms, die dem Haus in den letzten Jahren verlässlich klingelnde Kassen bescherte, von Ulrich Khuon abgelöst, der vom Hamburger Thalia Theater ans DT wechselt. Mit Spannung erwartet dagegen die Kunstszene die neu konzipierte Dauerausstellung zeitgenössischer Kunst im Hamburger Bahnhof. Aber auch der Berliner Nachwuchs schläft nicht. PRINZ stellt sieben Vertreter der neuen Generation Kulturschaffender vor. Sie alle vereint der Trend zur Natürlichkeit. Weg vom prätentiösen Selbstdarstellertum, hin zur authentischen Vielseitigkeit. Schöne Aussichten für den Kulturhimmel Berlin.

Julischka Eichel, 28, Schauspielerin (www.agentur-windhuis.de, www.gorki.de)
Woher wir sie kennen? 2007 erhielt Julischka Eichel beim Theatertreffen für ihre Rolle der Lucy in Tilmann Köhlers Inszenierung "Krankheit der Jugend" den Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Jurorin Martina Gedeck kommentierte die Entscheidung mit den Worten: "Schier unerschöpflich scheint ihre schauspielerische Phantasie, mit der sie das Zentrum, das Wesen ihrer Lucy zum Leuchten bringt." Kann man es schöner ausdrücken?

Warum man sie kennen muss? Julischka Eichels größte Stärke ist die bedingungslose Authentizität, die sie jeder Rolle verleiht. Ob als liebestolle Lucy, als gewalttätiger Kopf einer Kinderbande in "Bulger" oder als naiv-verkorkste Lolita in "Ödipus auf Cuba", Eichels glaubwürdige Vielfältigkeit im Ausdruck lässt das Publikum stets staunend zurück.

Was sie auszeichnet: Julischka Eichel gelingt es in ihrem Spiel, Extreme so miteinander zu verbinden, dass sie sich nicht mehr ausschließen. Sie ist lustig, traurig, naiv und abgebrüht zugleich und dabei überzeugend.

Zukunftsprognose: Die beste Neuentdeckung seit Fritzi Haberlandt. Dieses Gesicht gehört auch auf die große Leinwand. Oder wie Julischka sagt: "Ich glaub, ich hab noch was vor."

Persönliche Empfehlung für die Kultursaison 2009/2010: "Der Kaufmann von Venedig" in der Regie von Armin Petras am Maxim Gorki Theater. Inklusive Fräulein Eichel.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie alles über Johannes Suhm, Cristobál Schmal und Dana Marbach.


 
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